Frauenwanderfahrt in Potsdam

15 Frauen stellten sich in Holzbooten mit Holzskulls den Herausforderungen einer Wanderfahrt auf den Gewässern in Potsdam, auf der Havel, dem Zernsee, dem Templiner See, der Wublitz und dem Jungfernsee.

Eine Ruderwanderfahrt, die alles beinhaltete, was das Ruderherz begehrt. Doch zunächst hieß es, wegen des Hochwassers, das Abenteuer mit dem Zug zu beginnen. Durch die hervorragende Planung von Heide Ricke kamen alle Frauen gut gelaunt in Potsdam/Werder an. Das ehrwürdige Bootshaus in Werder war gemütlich und komfortabel. Hier konnten wir uns nach den Rudertouren ausreichend erholen und neue Kraft für die Gewässer rund um Potsdam schöpfen. Und Kraft brauchten wir eine ganze Menge, um die betagten, schweren Holzboote mit den schwer gängigen Messingdollen und den Holzskulls pfeilschnell durchs Wasser gleiten zu lassen. Wie gut nur, dass wir genügend Milka an Bord hatten.

Für jeden Tag hatten Gabi, Jet und Magriet schöne Touren ausgesucht, circa 30 km am Tag mussten bewältigt werden. Auch wenn es im Laufe des Tages ein paar Kilometer mehr wurden und die Anforderungen der Seen mit entsprechendem Wellengang Kraft und Ausdauer von uns erforderten, so wurde am nächsten Tag wieder mit Spannung und guter Laune die nächste Tour begonnen.

Damit der reibungslose Ablauf einer Wanderfahrt gewährleistet ist, erfordert es einen zuverlässigen Landdienst. Diese wichtige Aufgabe hatten meistens Monika und Gisela per Rad übernommen. Darüber hinaus standen sie als Ersatzruderinnen zur Verfügung. Jederzeit hatten sie die Ruderboote im Auge und standen als Winkkommando auf den Brücken bereit.

Dieses ästhetische Bild von oben, wenn die drei Ruderboote mit der hübschen und sportlichen Besetzung angetrieben durch kraftvolle und gleichmäßige Ruderschläge näher kamen – eine Augenweide, ein Traum!

Für die Mittagspause wurde jeweils vorab ein fester Ort vereinbart. Die Boote nahmen den direkten Weg übers Wasser, Gisela und Monika mussten teilweise Umwege durch unwegsames Gelände und durchs Unterholz finden, so dass sie stets später am Treffpunkt ankamen als die Ruderinnen. Am letzten Tag packte sie jedoch der Ehrgeiz. Sie traten besonders kräftig in die Pedalen und trafen leicht ermattet – aber voller Stolz – vor den anderen ein. Nur kurz dauerte die Freude. Da kam ein Anruf von Gabi, dass die Ruderinnen die Tour wegen zu starkem Wind und zu hoher Wellen vorzeitig beenden – Pech gehabt!

Aber dennoch werden die zwei bei der nächsten Tour als Landkommando sicherlich wieder ihr Bestes geben.
Den kulturellen Abschluss der ereignisreichen Rudertage bildete ein abendlicher Nachtwächter-Rundgang über die Werder-Insel. So erfuhren wir Vieles aus vergangenen Tagen – als die Frauen aus Werder nach der Ernte am Tage mit ihren schwer beladenen Kähnen über Nacht nach Berlin ruderten, um dort am nächsten Tag ihr erntefrisches Obst zu verkaufen. Da stellt sich aus heutiger Sicht doch die Frage, ob der Begriff der „guten alten Zeit“ immer so treffend ist. Wir heutigen Ruderfrauen jedenfalls freuen uns, das Rudern als Freizeitvergnügen genießen zu können.

Beim Nachtreffen im November werden die schönen und aufregenden Erinnerungen wieder wach und schon neue Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. Es ist immer wieder eine Freude, mit den Frauen vom WSVM eine Ruderwanderfahrt zu unternehmen. Da sind wir Frauen uns alle einig!

Die Ruderfrauen vom WSVM