Frauen-Wanderfahrt nach Uithoorn

Mit 18 Frauen und unseren vier Ruderbooten „Willi Lill“, „Wotan“, „Onkel Herbert“ und „Emsland“ im Schlepptau machten wir uns bei schönstem Ruderwetter am 30. Juli gegen 15.00 Uhr auf den Weg Richtung Uithoorn, unserem diesjährigen Ort der Frauen-Wanderfahrt.

Drei Frauen nahmen das erste Mal an der Wanderfahrt teil, Maria M., Rita B. und ich. Uithoorn liegt ca. 20 km von Amsterdam entfernt. Um 18.00 Uhr erreichten wir unser Ziel.

Gemeinsam wurden die Boote, die tags zuvor abgeriggert wurden, wieder aufgeriggert. Eine Schraubenmutter machte allerdings Probleme. Da half kein Hämmern und Ziehen mit der Zange. Sie wurde kurzerhand durchgesägt und eine neue Schraube gekauft.

Im Bootshaus richtete jeder für die nächsten fünf Tage sein Quartier ein. So machten z. B. die beiden Heidis aus der Herrenumkleide ihr „Heidizimmer“.

Von unserem Bootssteg in Uithoorn ging es die nächsten Tage immer aufs Wasser. Es ist unglaublich, wie viel Wasser um Amsterdam, um ganz Holland herum fließt. Ich hätte zuvor nicht gedacht, dass es möglich ist, von einem Standort aus jeden Tag eine neue Tour zu rudern. Aber es geht.

Die vier Rudertage waren einfach schön. Dazu beigetragen hat auch das schöne sonnige Wetter. Wer sich morgens nach dem Frühstück nicht mit Sonnenmilch eingeschmiert hatte, konnte damit rechnen abends seinen Sonnenbrand zu pflegen.

Über schmale Kanäle und Flüsse ruderten wir durch wunderschöne Landschaften und kamen immer wieder an kleinen Siedlungen vorbei, wo die Häuser direkt mit einem Steg zum Wasser verbunden waren. Über die vielen kleinen Kanäle sind auch die großen Seen – in Holland werden sie wegen ihrer Größe auch Meere genannt – verbunden. Diese haben wir mit unseren Ruderbooten auch überquert. Das war schon sehr aufregend, zumal man schnell die Orientierung auf den Meeren verlieren kann. Für den Steuermann war es eine große Herausforderung, den Wellen (verursacht durch die Motorboote und Segelschiffe und natürlich dem Wind) geschickt zu begegnen und keine ins Boot zu lassen. Diese Aufgabe ist nicht immer geglückt. War aber nicht so schlimm, es war ja sehr warm.

Wir Ruderfrauen mussten uns noch einer weiteren Herausforderung stellen. Immer wieder gab es das Ruder-Kommando „Skulls lang“ und „flach hinlegen“. Die Brücken über den Kanälen und Flüssen waren zum Teil so niedrig und schmal, dass dieses Kommando für Mensch und Boot sehr, sehr wichtig war. Zum Glück sind wir im Winter alle bei Benni zum Bauchmuskeltraining gewesen, so dass wir uns nach jeder Brücke wieder mühelos aufrichten und weiterrudern konnten. Nach unseren Touren, die im Schnitt 35 km lang waren und aufgrund der Hitze zum Teil auch sehr anstrengend waren, freuten wir uns jedes Mal auf das kühle Nass der „Amsel“. Abends zum Essen ging es entweder raus in die Stadt oder wir ließen uns Pizza, Salat und Co. bringen.

Am Sonntag, dem letzten Tag unserer Wanderfahrt, ging es noch einmal für 1 1/2 Stunden aufs Wasser. Leider kam es auf dieser Tour zu einem kleinen „Rumms“. Die Brücken in Holland sich aber auch verflixt niedrig!!!

Danach hieß es dann Boote abriggern und säubern, Bootshaus aufräumen und Gepäck in die Bullis tragen.

Uns drei Neuen aber auch allen anderen hat die Wanderfahrt sehr viel Spaß gemacht. Es waren fünf sehr lustige und tolle Tage.

Ich habe auf dieser Wanderfahrt viel gelernt und unter anderem diese Erkenntnis gewonnen: Der Steuermann darf vielleicht Chef sein, aber es gibt immer noch einen Chef-Chef im Boot, das ist der Obmann oder die Obfrau.

Mit großer Vorfreude auf die nächste Frauen-Wanderfahrt 2015, Michaela Dulle