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Wanderfahrt Ratzeburger See 

Am 14. Mai startete unsere diesjährige Ruderwanderfahrt mit dem Ziel Ratzeburger See. Die Boote Willi Lill, Onkel Herbert und Emsland waren bereits am Vorabend abgeriggert und auf den Anhänger verladen worden, sodass wir am nächsten Morgen mit zwei Bullis und dreizehn motivierten Frauen Richtung Groß Sarau aufbrechen konnten. Trotz einiger Staus war die Stimmung von Anfang an bestens. Den ersten Abend ließen wir dann ganz entspannt bei leckerem Essen und einem kühlen Bier in unserer urigen Unterkunft, dem Nobiskrug, ausklingen.

Die Wettervorhersage hatte uns eigentlich auf viel Regen eingestellt – aber manchmal sollte man sich von den Apps eben nicht verunsichern lassen. Bis auf ein paar Tropfen hatten wir zwar überwiegend kühles, aber wirklich schönes Ruderwetter.

Unsere erste Tour führte uns über den Ratzeburger See durch die schöne Stadt Ratzeburg bis hin zum Küchensee. Von dort ging es weiter bis zur Farchauer Mühle. Besonders spannend wurde es dort beim Umtragen der Boote mithilfe von Rollwagen. Weiter ging’s bis zum Schaalsee-Kanal. Dank unseres tollen Landdienstes und den Ruderfrauen klappte das reibungslos.

Der Schaalsee-Kanal überraschte uns mit seiner abwechslungsreichen Landschaft: mal vorbei an Campingplätzen, mal durch offene Felder und dann wieder durch dichten Wald – alles andere als ein „langweiliger Kanal“.

Nachdem wir den Salmer See, Pipersee und Phulsee überquert und eine Mittagspause gemacht hatten, erreichten wir schließlich Groß Zecher, wo unsere Boote über Nacht auf einem Campingplatz liegen bleiben konnten. Übrigens verläuft hier mitten auf dem See die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Diese Etappe war wirklich etwas Besonderes und unglaublich abwechslungsreich.

Den Abend verbrachten wir gemeinsam bei einem griechischen Restaurant in Ratzeburg mit anschließendem Verdauungsspaziergang entlang des Doms und des Leistungszentrums des deutschen Rudersports.

Am zweiten Tag brachte uns der Landdienst wieder zu den Booten – und der nächste Rudertag hielt direkt einen ungeplanten Stop für uns bereit. Noch auf dem Schaalsee kollidierte unser Vierer Willi Lill mit einer Ansammlung von Steinen knapp unter der Wasseroberfläche. Das Knacken am Bug war deutlich zu hören, und kurze Zeit später lief auch schon Wasser in den Innenraum.

Also hieß es: Pause am kleinen Strand einlegen und das Boot trocknen lassen. Anschließend konnten Gabi und Jet die Stelle mit Panzertape notdürftig reparieren. Erstaunlicherweise funktionierte das richtig gut! Nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, konnten wir unsere Tour fortsetzen und durch den Kanal zurück Richtung Ratzeburger See rudern.

Frei nach Gabi: „Wenn die Boote in der Halle bleiben, passiert nichts – aber dann erlebt man auch nichts.“

Durch den Zwischenfall hatten wir einiges an Zeit verloren und kamen recht spät und mit großem Appetit wieder in Groß Sarau an. Unser Glück war das hervorragende gutbürgerlichem Essen in einem nahegelegenen Restaurant, was Silke kurzfristig für uns reserviert konnte. So stießen wir noch mal auf unsere tolle Truppe an. An dieser Stelle: Danke, Silke und Gabi für die super Planung.

Am dritten Tag stand noch Richtung Lübeck auf dem Programm. Auf dem ersten Abschnitt über den Ratzeburger See bis zum Fluss Wakenitz mussten wir uns wegen des aufkommenden Windes zunächst ordentlich durch die Wellen kämpfen. Aber wie heißt es so schön? Abenteuer Freizeit!

Auf der Wakenitz wurde es überwiegend ruhig. Sie führt durch Naturschutzgebiete und bot eine sehr schöne Kulisse. Zur Mittagspause trafen wir unseren Fahrdienst wieder am Restaurant Müggenbusch. Dort durften wir im Garten anlegen, die Stühle nutzen und eine herrlich sonnige Pause genießen.

Anschließend ruderten wir noch bis zum kleinen See bei Lübeck, bevor es zurück zum Ausgangspunkt zurück ging. Dort wurden die Boote wieder abgeriggert und auf dem Anhänger verstaut. Natürlich durfte zum Abschluss auch das traditionelle „Stegbier“ nicht fehlen, bevor wir den letzten Abend gemeinsam bei gutem Essen in unserer Unterkunft verbrachten.

Und ehe man sich versah, war schon wieder Sonntag – Zeit für die Rückreise. Diesmal kamen wir ohne Probleme durch und waren bereits mittags wieder zurück beim Wassersportverein in Meppen.

Zum Schluss bleibt vor allem eins: Danke zu sagen. Ein großes Dankeschön an das Orga-Team für diese tolle und erlebnisreiche Tour. Besonders erwähnen möchten wir auch unseren Landdienst, vor allem Maria, die wirklich einiges zu tun hatte und viel Geduld bewies – da man sich mit geliehenen Autos ja nicht immer auskennt. 

Britta Vieting