Als große Herausforderung in mehrfacher Hinsicht erwies sich die diesjährige Männer-Wanderfahrt – in diesem Jahr mit Christiane als einziger Frau – auf der Lahn von Gießen bis Lahnstein.
Wie schon in den letzten Jahren üblich, verbindet diese Wanderfahrt Sport, Geselligkeit und Kultur. Direkt nach der Ankunft in Wetzlar, der Station für die ersten Tage der Wanderfahrt, besichtigte die Gruppe das Museum der Leica-Werke, die nach wie vor einen Leuchtturm der deutschen Optikindustrie darstellen.
Zum ersten Mal sportlich wurde es dann am Sonntag, bei großer Hitze, die uns bis Mittwoch bei Temperaturen um die 35 Grad begleitete. Wir setzten in Gießen bei km minus 7,5 (minus Kilometrierung wegen der ehemaligen preußisch-hessischen Grenze bei „0“), ein und ruderten 24 km bis Wetzlar, neben zwei Schleusen hatten wir auch durch drei Bootsgassen zu treideln bzw. zu rudern.
Bereits auf der Etappe am Montag von Wetzlar nach Weilburg (27 km) genossen wir einerseits die landschaftliche Schönheit des Flusses, der aber bei dem niedrigsten Wasserstand seit Jahrzehnten hohe Aufmerksamkeit der Steuerleute erforderte. Hitze, Niedrigwasser und ein drohendes Gewitter bei der anstehenden längsten Tagesetappe am Dienstag veranlasste Fahrtenleiter Mario umzudisponieren. Statt von Weilburg bis Limburg zu rudern, besuchten wir Schloss Braunfels und die Kubacher Kristallhöhle, in der eine scheinbar endlose Treppe 70 Meter in die Tiefe führte. Dort unten herrschten erfrischende sieben Grad, knapp 30 Grad weniger als an der Oberfläche.
Während wir abends beim Italiener speisten, kam ein heftiges Gewitter herunter, so waren dann die Temperaturen der folgenden Tage etwas angenehmer. Bis Lahnstein zeigte der Fluss in seinem unteren Verlauf eine wild-romantische Waldlandschaft, in die sich die Lahn im Laufe der vielen Jahre tief eingeschnitten hatte.
Der Plan für Mittwoch war , die Etappe von Limburg nach Laurenburg zu rudern, nachdem wir aber morgens kurz nach der Abfahrt in Wetzlar feststellen mussten, das ein Lichtkabel allein doch keinen Hänger (auf)hält, war erst einmal basteln (Heiner sei Dank) angesagt, so dass wir die Strecke ändern mussten. (Balduinstein bis Diez und Retour nach Laurenburg) Unser Hotel in Bad Ems erwies sich in mehrfacher Hinsicht als Totalausfall (das „charmante“ Personal überzeugte immer wieder mit dem Hinweis „Ich nix vom Hotel“) und wer braucht nach dem Rudern schon Wasser fürs Duschen, aber dies wurde entgegen unseren Prognosen noch am selben Tag behoben und niemand musste in die Lahn springen, um sich zu erfrischen.
Am Donnerstag und Freitag passierten wir wie auf der gesamten Tour zahlreiche Schleusen und erreichten mittags unseren Endpunkt der Wanderfahrt, die Rudergesellschaft in Lahnstein. Die Lahn mündet hier etwa 200m nach dem Klub in den Rhein. Leider lag der Steg wegen des extremen Niedrigwassers seit einiger Zeit trocken, zwei vom Fahrtenleiter bereitgelegte Europaletten ermöglichten aber auch hier ein trockenes Aussteigen. Hierbei unterstützten uns tatkräftig zwei Mitglieder der Rudergesellschaft Lahnstein e.V. , einer davon der Vorsitzende Verwaltung Karsten Grochowiak.
Fazit: Eine körperlich herausfordernde, aber gelungene Wanderfahrt mit einigen Hindernissen auf dem Fluss und auch für das begleitende Gespann. Zu danken haben wir der Stadt Meppen, für die kostengünstige Bereitstellung des Meppener City-Mobils, den Fahrern, die sich das Fahren mit dem sehr langen Gespann zutrauten, den beiden Mitgliedern von der RG Lahnstein und Mario, der sich vor, während und auch nach der Tour um wirklich alles gekümmert hat.
Text: Mario Pfeil/Harald Hillers
Bildauswahl mit Dank an die Fotografierenden: Harald Hillers










